blind

head
flaggen
 
     
   
     
blind
     
 
Weshalb natürliche Weine?
Interview «La Couleur du Vin» mit Philippe Dubuis
blind
   
Porträt

dubuis

Mit seiner auf Biodynamik konzentrierten Anbaumethode darf Philippe Dubuis in seinem Kanton wohl als Avantgardiste bezeichnet werden. Er führt heute ein beachtenswertes Weingut, welches das Einzige im Wallis ist, dass die gesamte Produktion mit dem Label «Vinatura» versehen darf.

Philippe, kann man behaupten, dass du Bioweine produzierst

Nein, ich glaube nicht an Bioweine. Ich erarbeite natürliche Weine, d.h. ich pflege den Weinanbau in grösstmöglicher Harmonie mit der Natur und wenn möglich ohne chemische Produkte. Ich benötige zum Beispiel 10 mal weniger Schwefel als die empfohlenen Mengen, weil die Anbauart meiner Weinberge den extrem respektvollen Auflagen von Natur und Umwelt entsprechen.

Heute dürfen die Weine vermehrt "manipuliert" oder durch chemische Einflüsse "bearbeitet" werden. Verliert das vielgelobte "Terroir" eines Weines dadurch ?

Sicherlich, man verliert die Vorstellung "Terroir", weil man nicht mehr mit ihm in Symbiose lebt. Unsere Vorfahren haben uns Boden vererbt, welcher ein "Gedächtnis" hat. Dieses "Gedächtnis" spiegelt den Begriff "Terroir" wieder! Es scheint heute aber klar, dass sich das Erklären und Beurteilen der Differenzen der verschiedenen Geschmäcke eines Weines schlecht verkaufen lässt.... Dies ist der grundsätzliche kulturelle Unterschied zwischen den "Aussereuropäischen" und den "Europäischen" Weinen : die ersten denken im Sinne von "Getränk" und wir denken im Sinne "Wein".

Auf dem Gebiet des Marketings sind sie jedoch stark. Ihre Weine treten in Wettbewerben auf...

Ja, so ist es. Die Weine werden perfekt aufgezogen aber es gibt keinen Platz für das „Terroir“ ; man standardisiert alles! Die Wettbewerbe sagen nichts aus, solange sie von Integralisten der Weinkunde geleitet werden. Das ist sinnlos ! Der Wein spiegelt die Seele der Erde wieder, etwa so, wie ein Koch sein Gericht interpretiert : er hat natürliche Zutaten, die er so anordnet, um deren Wohlgeschmack noch zu erhöhen. Ich fühle mich wie ein " Weinkoch ". Ich bemühe mich, die Würze des Erdreichs zu erhöhen. Aber es scheint mir klar, dass wir ins Zeitalter des Weines unter dem Begriff „Getränk“ eingetreten sind.

Wasser ist – mehr als Erdöl - eine lebensnotwendige Herausforderung für unseren Planeten. Die Weine der „Neuen Welt“ werden gewissenlos und unökologischen bewässert. Wie steht es damit im Wallis ?

Das Wallis kannte Jahre der Überproduktion, wie sie heute keinen Sinn mehr machen. Massif bewässern heisst : die Reben massiv behandeln und anschliessend im Keller die Weine massiv manipulieren und korrigieren. Das alles ist eine Flucht nach vorne ! Ein guter Winzer ist zuerst ein guter Beobachter seiner Reben. Auf gewissen Parzellen, z.B. auf wasserabweisenden Schiefergrundlagen, kann die Rebe in sehr trockenen Jahren ein wenig bewässert werden. Dies verhindert ihr unnötigen Stress. Grundsätzlich bewässert der gute Winzer sehr wenig, grundsätzlich höchstens ein Mal pro Saison. Wir sind weit entfernt von den Zerstäubern der Nappa Valley....

Wie siehst du die Zukunft?

Für unser Domaine ist sie strahlend !(Gelächter). Der Konsument hat die Wahl und ich sage ihm : „Trinkt wenig aber trinkt gut“! Das Leitwort darin ist das Vertrauen. Vertrauen zwischen dem Winzer, welcher seinen Boden und seine Weine respektiert und dem Käufer, welcher naturnahe und typische Weine sucht und schätzt.

 
     
 
pfeil_links blind pfeil blind